Ohne Stau von Nord nach Süd
Marzahn-Hellersdorf dringt auf Vollendung der Tangentialverbindung Ost / Neue Infobroschüre
Noch gehören kilometerlange Staus zur Tagesordnung. Denn die seit langem geplante Schnellstraße, die die östlichen und südöstlichen Bezirke mit dem Berliner Autobahnring im Norden und dem Adlergestell (B 96a) im Süden verbinden soll, ist unvollständig.
Das mittlere Teilstück der so genannten Tangentialverbindung Ost (TVO) existiert bislang nur auf dem Papier. Zwar wurde die geplante Trasse zwischen der Spindlersfelder Straße und der Wuhlheide östlich des Berliner Bahnaußenrings bis zur Märkischen Allee schon vor Jahren in den Flächennutzungsplan der Hauptstadt aufgenommen. Doch in den 90er Jahren hatte der Senat das Vorhaben zunächst verschoben. Inzwischen prüft die Verwaltung, ob der Bau des Mittelstücks überhaupt noch erforderlich ist.
»Selbstverständlich, diese Straße muss realisiert werden«, betonte gestern der Marzahn-Hellersdorfer Stadtrat für Wirtschaft und Tiefbau Christian Gräff (CDU). Zum einen würden vor allem Bewohner in den Siedlungsgebieten durch weniger Lärmbelästigung und Abgase profitieren. »Weil sich der Durchgangs- und Schleichverkehr durch die Wohngebiete verringern würde«, betonte der Politiker. Andererseits ergeben sich »neue Entwicklungspotenziale für den Wirtschaftsraum Berlin eastside«, steht für Gräff fest. »Das größte zusammenhängende Gewerbegebiet Berlins, das sich im Nordosten über Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg erstreckt, hätte dann eine optimale Verkehrsanbindung.« Mit dem Ausbau der TVO könne beispielsweise die Fahrzeit zwischen diesem riesigen Gewerbeareal und dem Flughafen Berlin Brandenburg um mindestens 15 Minuten verkürzt werden. Zudem gibt es Schätzungen, dass im Nordosten in den nächsten zehn bis 20 Jahren zwischen 1500 und 3000 neue Arbeitsplätze entstehen können, wenn die TVO bis 2015 gebaut ist. »Ohne die Schnellstraße beträgt das Wachstum aber nur die Hälfte«, so Gräff.
In einer Informationsbroschüre hat das Marzahn-Hellersdorfer Bezirksamt jetzt unter anderem den aktuellen Planungsstand sowie Chancen und Nachteile der inzwischen vorliegenden zwei Trassen-verläufe dargestellt. Der Bezirk favorisiert eine Alternativ-Variante, bei der die Streckenführung westlich der Bahn verläuft. Gräff hat jetzt auf ein Schreiben des Stadtentwicklungssenats reagiert, in dem es um »kurzfristige Maßnahmen für eine Entlastung von Hauptverkehrsstraßen« im TVO-Bereich geht.
Er beantragte beispielsweise für die gesamte Köpenicker Straße Tempo-30. Diese Maßnahme könnte schnell zu einer Lärmminderung führen. »Ende nächsten Jahres wird der Senat die Entscheidung zur Weiterführung der TVO treffen«, erklärte der Stadtrat.
aktualisiert von Internetredaktion, 12.01.2009, 11:32 Uhr |