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Presse
30.10.2008, 17:23 Uhr | Berliner Morgenpost/ Ingo Rößling Übersicht | Drucken
Eastside will Anschluss an die Ost-Tangente

Marzahn-Hellersdorf bemüht sich jetzt offensiv um eine direkte Anbindung an die Tangentialverbindung Ost (TVO). Diese Stadtschnellstraße soll die östlichen und südöstlichen Bezirke mit dem Berliner Autobahnring im Norden und dem Adlergestell (B 96a) sowie der A 113 im Süden verbinden.


Ein sechs Kilometer langes Teilstück fehlt aber noch. Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) sagt: "Wir haben ein besonderes Interesse an einer Realisierung dieses Verkehrsprojektes, das mit 66 Millionen Euro Buakosten veranschlagt ist." So sei es für die Unternehmer des Bezirkes ganz wichtig, um künftig gegenüber anderen Gewerbestandorten wettbewerbsfähig zu sein. Durch den Ausbau des Flughafens Schönefeld zum Airport Berlin-Brandenburg International entstünden weitreichende wirtschaftliche Entwicklungspotenziale.

Unternehmer beurteilen Lage negativ
Mit seinem Lichtenberger Ressortkollegen Andreas Prüfer (Linke) ist sich Gräff einig, das der Wirtschaftsraum Berlin-Eastside im Nordosten - Berlins größtes zusammenhängendes Gewerbegebiet mit einer Fläche von mehr als 900 Hektar - vom Süden her nur unzureichend verkehrlich erschlossen ist. Um es auch für Firmen aus dem Flughafenumfeld attraktiv zu machen, wäre eine schnelle Verkehrsanbindung die Grundvoraussetzung. Unternehmer beurteilten die derzeitige Situation eher negativ. Es seien schon Investoren von ihren Vorhaben zurückgetreten, so Gräff.

Bisher sind nur der nördliche Abschnitt der TVO von der Bundesstraße 1/5 bis an die Stadtgrenze und darüber hinaus sowie im Süden die Spindlersfelder Straße in Köpenick fertig. Für den Anschluss am Glienicker Weg hat der Bau in diesem Jahr begonnen.
Probleme bereitet das mittlere Teilstück zwischen der Straße An der Wuhlheide und Alt-Friedrichsfelde/Alt-Biesdorf (B 1/5). Es existiert bisher nur in Planspielen des Senats. Zwei Trassenvarianten - eine östlich vom Bahn-Außenring, eine westlich davon - sind seit Jahren im Gespräch. Die Realisierung wurde seit den 1990er-Jahren immer wieder verschoben. Gräff: "Wir machen nun Druck, dass dieses Teilstück bis spätestens 2012/2013 in Angriff genommen wird." An alle Mitglieder des Abgeordnetenhauses wurde deshalb jetzt eine vom Bezirksamt herausgegebene Broschüre über die Bedeutung der Tangentialverbindung Ost für Marzahn-Hellersdorf und den Standort Berlin-Eastside verschickt. "Damit sollen nicht nur die Bürger informiert, sondern im Parlament Verbündete gewonnen werden."

In der Schrift wird darauf hingewiesen, dass sich bisher täglich zehntausende Autos und Laster durch Wohngebiete in Friedrichsfelde, Karlshorst, Biesdorf, Kaulsdorf, Köpenick und Mahlsdorf quälen, um vom Osten in den Süden der Stadt und umgekehrt zu gelangen. "Auch Anwohner fordern deshalb verstärkt den Ausbau der TVO", sagt Gräff. Besonders betroffen sei die Köpenicker Straße in Biesdorf. Dort ergaben Messungen Lärmbelastungen von mehr als 65 Dezibel.
Tempo 30 für Köpenicker Straße gefordert
Gräff: "Die Straße muss einen eindeutigen Berliner Schwerpunkt bei der Lärmbekämpfung darstellen." Deshalb wurde bei Stadtentwicklungs-Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) jetzt eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 beantragt. Gräff sagt aber: "Wenn der Senat seinen eigenen Lärmminderungsplan ernst nimmt, müsste er sofort mit dem Bau des TVO-Teilstücks beginnen."

Behördensprecher Marko Rosteck sagte gestern, dass "es sich um ein langfristiges Projekt handelt". Bevor 2009 die Verkehrsprognose 2025 vorliege, könne man nicht sagen, ob die Planungen noch aktuell notwendig und machbar seien. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt müssten beachtet werden. Mit der Verkehrslenkung Berlin werde aber geprüft, ob die Köpenicker Straße Tempo-30-Zone wird.


aktualisiert von Internetredaktion, 12.01.2009, 11:32 Uhr

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